ADHS – ein lange unterschätztes Thema

Eine Studie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main hat ergeben, dass die direkten medizinischen Kosten einer Person mit ADHS im Durchschnitt um 1508 Euro höher sind als die einer Person ohne ADHS. Diese Kosten sind hauptsächlich auf Behandlungen in Krankenhäusern und durch Psychiater zurückzuführen. ADHS-Medikamente verursachen rund 11 Prozent der Zusatzaufwendungen. Die indirekten Kosten von ADHS sind noch höher. Dazu gehören die Kosten für Arbeitsunfähigkeit, Schulabbrüche und Straftaten. Eine Studie der Universität Bremen hat ergeben, dass die indirekten Kosten von ADHS in Deutschland jährlich rund 20 Milliarden Euro betragen. Insgesamt betragen die Kosten von ADHS in Deutschland jährlich rund 35 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Kosten von ADHS sind ein erheblicher Belastungsfaktor für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft. Es ist daher wichtig, wirksame Behandlungsmöglichkeiten für ADHS zu entwickeln, um die Kosten zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu der Wechselwirkung zwischen ADHS und Essstörungen beitragen können. Dazu gehören: genetische Faktoren; neurologische Veränderungen; überschneidende Verhaltensmuster und gemeinsame Stressoren. Die Wechselwirkung zwischen ADHS und Essstörungen kann schwerwiegende Folgen haben, wie zum Beispiel: Gewichtszunahme (Binge-Eating/Bulimia nervosa) oder -abnahme (Anorexia nervosa, erhöhter Bewegungsdrang), einseitige bzw. Mangelernährung, Dehydrierung & Elektrolytstörungen, Herz-Kreislauf- und Knochenprobleme (Osteoporose), Depressionen, Angstzustände und Suizidalität.

Illustration eines Gehirns
Neurodiversität
Psychische Störung, trauriger Mann mit verwirrten Gedanken.
ADHS – Symptome & Entstehung
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Unerkanntes ADHS – oft ein langer Leidensweg

Die Betroffenen haben häufig einen langen Leidensweg hinter sich. Misserfolge und Frustrationen spielen in Vergangenheit und Gegenwart häufig eine Rolle. Sie ecken an – und haben dafür keine Erklärung. Gleichzeitig rücken die Schwächen und vermeintlichen „Charakterfehler“ immer mehr in den Fokus. Der Blick auf die positiven Seiten des Menschen geht dabei oft verloren. Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Offenheit für Neues – all das, was viele Erwachsene mit ADHS auszeichnet, bleibt im Verborgenen.

ADHS BEI ERWACHSENEN HÄUFIG NICHT ERKANNT

Bei vielen Erwachsenen wurde ADHS in der Kindheit übersehen – sie wissen also gar nichts von der Krankheit und kennen die Ursachen ihrer Probleme nicht. Viele Betroffene können sich keinen Reim auf ihre „Auffälligkeiten“ machen und suchen erst einen Arzt auf, wenn es zu ernsten Problemen in Alltag und Partnerschaft kommt. Häufige Ausgangspunkte bei der Suche nach einer Ursache sind zum Beispiel

  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz
  • Konflikte in Familie und Partnerschaft
  • Begleiterkrankungen, z. B. Depressionen oder Suchterkrankungen

ADHS in der Partnerschaft: So sehen die Symptome aus

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, besser bekannt als ADHS, bringt Symptomatiken mit sich, die auch im Erwachsenenalter, etwa in einer Partnerschaft, für die Betroffenen gravierend sind. Zwar ist es erwachsenen Menschen eher möglich, Symptome nach außen hin zu kontrollieren, besser geht es ihnen damit aber nicht. Zu den gängigen Symptomen von ADHS gehören:

  • Eingeschränktes Konzentrationsvermögen – Die Betroffenen können ausgesprochen vielseitig interessiert sein. Jedoch fällt es ihnen schwer, sich länger auf eine Aufgabe oder Thematik zu konzentrieren.
  • Daher unterbrechen Sie beispielsweise auch ihre Gesprächspartner. ADHS-Patienten sind zwar – entgegen des Klischees – nicht überdurchschnittlich oft hochbegabt, jedoch nehmen sie schnell eine Vielzahl von Aspekten auf.
  • Das kann für die Betroffenen anstrengend sein. Die Reizüberlastung stresst und führt mitunter zu Schlafmangel.
  • Hinzu kommt die Hyperaktivität. ADHS-Patienten können sich besser konzentrieren, wenn sie sich dabei auch körperlich bewegen. Andernfalls entsteht quasi ein Stau an überschüssiger Energie, die zusätzlich ablenkt.
  • Impulsivität – Betroffene reagieren deutlich weniger überlegt. Emotionen sind häufig sehr stark. Auch in Handlungen kann sich das niederschlagen, etwa in Impulskäufen.

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